04. September 2010 Home | Impressum | Kontakt | Mitgliederbereich
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Preis verdächtig?

Vom Umgang mit Journalistenpreisen

Es gibt sehr viele Journalistenpreise. Eine ganze Reihe von ihnen ist thematisch gebunden, und etliche davon können als Preise für Wissenschafts- und Medizinjournalisten angesehen werden - auch wenn sie nicht so genannt werden.
Journalistenpreise können Anerkennung der geleisteten Arbeit und Ansporn sein. Für viele Journalisten sind sie angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage auch ein willkommenes "Zubrot". Sohe Preisauslobungen sind zunächst einmal positiv. Aber: viele Journalistenpreise sind mehr oder weniger interessengebunden und werden von Firmen, Verbänden oder Vereinen finanziert, die damit in allererster Linie Imagepflege betreiben und zugleich Steuern sparen. Manche Preise werden auch lanciert, um eine möglichst positive Berichterstattung über bestimmte Themen oder Produkte zu stimulieren. Die dabei ausgelobten Preisgelder kommen allemal billiger als eine Anzeigenkampagne. Insbesondere hinter Preisen für Medizinjournalismus stehen häufig Marketing-Interessen der Pharmaindustrie. So werden beispielsweise Medienpreise anlässlich einer Aufmerksamkeitskampagne für ein Produkt oder eine Erkrankung ausgelobt, für die ein Hersteller ein neues Medikament auf den Markt bringen will. Wissenschafts- und Medizinjournalisten sollten sich deshalb überlegen, ob sie sich für einen bestimmten Preis bewerben - oder darauf verzichten, u.a. um den eigenen Ruf nicht zu gefährden. Es gibt auch Preise, für die man vorgeschlagen wird, ohne davon zu wissen!
Die folgenden Indikatoren sollten zumindest Anlass sein, die eigene Beteiligung kritisch zu überdenken:
  • Thematisch steht ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Behandlungsweise im Mittelpunkt
  • Der Name des Stifters ist mit einer ganz bestimmten Behandlungsweise verknüpft
  • In der Jury überwiegen Fachvertreter, die bestimmten Behandlungswegen nahe stehen
  • In der Jury sind keine oder kaum Vertreter des Journalismus
  • Das Image bestimmter Gruppen oder einer bestimmten Branche stehen im Vordergrund
  • Der Preis wird nicht für einen zurück liegenden Zeitraum, sondern z.B. für das kommende Jahr ausgelobt.
  • Es ist erkennbar, dass ein Preis nur ein einziges Mal ausgelobt wird
Preise sind dann eher unverdächtig, wenn sie nicht auf plumpes Marketing bestimmter Produkte ausgerichtet sind oder wenn sichergestellt ist, dass eine unabhängige Jury interessenfrei urteilt.
Eine Auflistung eher unverdächtiger Preise findet man im Anschluss sowie im Handbuch Wissenschaftsjournalismus (Econ-Verlag), auf www.wissenschaftsjournalismus.de. Derartige Listen erheben freilich keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Europäischer Medizinjournalistenpreis
Vom Verband Deutscher Medizinjournalisten (VDMJ) ausgeschriebener und von der Bayer AG gestifteter Preis.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Verband Deutscher Medizinjournalisten (VDMJ)
Postfach 70 01 49
70597 Stuttgart
Tel. 0711/720712-10
Fax 0711/720712-29
E-Mail presse@journalistenvereinigung.de


Heureka-Journalistenpreis
Der Heureka-Journalistenpreis ist ein Förderpreis, der Arbeiten junger Journalisten über aktuelle medizinisch-wissenschaftliche Themen prämiert. Der Preis wird von Sanofi-Aventis gestiftet.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
HEUREKA-Sekretariat
Christian von Berg
Obere Zeil 2
61440 Oberursel
Tel. 06171/5887-41
Fax 06171/5887-47
E-Mail heureka@mslpr.de


Förderpreis "Medizin in den Medien"
Preis für herausragenden Medizinjournalismus, der von Amgen gestiftet wird.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Vorstandsmitglieder des Kollegiums der Medizinjournalisten:

Ernstwalter Clees
Huusbarg 70 E
22359 Hamburg
Tel. 040/60911633
Fax 040/6032608
E-Mail info@clees.de

Michael Engel
Mühlenbergsweg 52
30823 Garbsen
Tel. 05137/13945
Fax 05137/1808
E-Mail Engel.hannover@t-online.de

Torsten Hoffmann
Georg-Karl-Str. 9
82049 Pullach
Tel. 089/7497-4446
Fax 089/7497-5254
E-Mail torsten.hoffmann@medizinische-publikationen.de


Helmut-Stickl-Preis
Der Helmut-Stickl-Preis wird von der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin für hervorragende Leistungen bei der Förderung des Impfgedankens ausgeschrieben. Er wird an Mediziner sowie auch Journalisten verliehen und von Sanofi Pasteur MSD gestiftet.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin e.V.
Eichendorffstr. 13
10115 Berlin
Tel. 030/4000588-0
Fax 030/4000588-88
E-Mail kontakt@dakj.de


Medienpreis der Deutschen Diabetes-Stiftung
Dieser Preis zeichnet Arbeiten aus, die zur Aufklärung im Bereich Diabetes beitragen. Förderer des Preises ist Sankyo.

Frequenz:  2-jährlich
Kontakt:
Deutsche Diabetes-Stiftung
Geschäftsstelle
Am Klopferspitz 19
82152 Martinsried
Tel. 0 89/579579-0
Fax 0 89/579579-19
E-Mail info@diabetesstiftung.de


Henri-Nannen-Preis
Dieser bedeutende Journalistenpreis wird in den fünf Kategorien Reportage, Investigation, Dokumentation, Humor und Fotoreportage ausgeschrieben. Es wurden/werden auch Wissenschaftsreportagen ausgezeichnet.
Für den Henri Nannen Preis können journalistische Artikel und Fotoreportagen eingereicht werden, die in deutscher Sprache verfasst und im Vorjahr in einer deutschsprachigen Zeitung oder Zeitschrift oder auf einer deutschsprachigen Website veröffentlicht wurden. Übersetzungen, Buchveröffentlichungen, Manuskripte und audiovisuelle Formate sind ausgeschlossen.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Henri Nannen Preis
20444 Hamburg
Tel. 040/3703-2902
Fax 040/3703-5844
E-Mail henri-nannen-preis@guj.de


Journalistenpreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Wettbewerb für Berichterstattung zum Thema Ernährung

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE)
Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Godesberger Allee 18
53175 Bonn
Tel. 0228/3776-600
Fax 0228/3776-800


Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus
Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Wissenschaftsjournalismus

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck
Veranstaltungsforum
Wallstr. 23/24
D-10179 Berlin
Tel. 030/278718-14 oder -15
Fax 030/278718-18
E-Mail gvhpreis@vf-holtzbrinck.de


Ludwig-Demling-Medienpreis
Preis für Arbeiten, die Themen/Informationen zu Krankheiten von Magen, Darm, Leber und Stoffwechsel sowie von Störungen der Ernährung allgemeinverständlich wiedergeben.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen,
Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung
(Gastro-Liga) e. V.
Friedrich-List-Straße 13
D-35398 Gießen
Tel. 0641/97481-0
Fax 0641/97481-18
E-Mail geschaeftsstelle@gastro-liga.de


RWTH-Preis für Wissenschaftsjournalismus
Der Preis der RWTH Aachen prämiert Journalisten bzw. deren Berichte, die Forschung allgemeinverständlich und "verständnisfördernd" wiedergeben.

Frequenz:  2-jährlich
Kontakt:
RWTH Aachen
Pressestelle
Templergraben 55
52062 Aachen
Tel. 0241/80-94322
Fax 0241/80-92324
E-Mail pressestelle@zhv.rwth-aachen.de


Wilhelm und Ingeborg-Roloff-Preis (WIR-Preis)
Der Journalistenpreis der Deutschen Lungenstiftung

Frequenz:  2-jährlich
Kontakt:
Deutsche Lungenstiftung e.V.
Herrenhäuser Kirchweg 5
30167 Hannover
Tel. 0511/2155-110
Fax 0511/2155-113
E-Mail Deutsche.Lungenstiftung@t-online.de


Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung
Die Deutsche AIDS-Stiftung zeichnet Medienschaffende aus, die sachkundig über HIV/AIDS berichten und zur Solidarität mit den Betroffenen beitragen. Der Preis wird gestiftet von Boehringer Ingelheim.

Frequenz:  2-jährlich
Kontakt:
Deutsche AIDS-Stiftung, Medienpreis
Markt 26
53111 Bonn


Publizistikpreis der GlaxoSmithKline-Stiftung
Die Stiftung von GSK prämiert jährlich journalistische Arbeiten zum Thema Biomedizin.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
GlaxoSmithKline Stiftung
Frau Margot Merbt
Theresienhöhe 11
80339 München
Tel. 089 36044-8690
Fax 089 36044-8691
E-Mail margot.merbt@gsk.com


Publizistik-Preis "Hören"
Dieser vom Forum Besser Hören und der Fördergemeinschaft Gutes Hören gestiftete Journalistenpreis zeichnet Berichte rund ums Hören aus.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Fördergemeinschaft Gutes Hören
Presse- und Informationsstelle
Schuhmarkt 4
35037 Marburg
Tel. 06421/2936-0
Fax 06421/2936-60
E-Mail fgh@kilian.de


Publizistik-Preis der Stiftung Gesundheit
Honoriert wird die gelungene Vermittlung gesundheitlichen und medizinischen Wissens.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Stiftung Gesundheit
Publizistik-Preis
Behringstraße 28 a
22765 Hamburg

Tel. 040/809087-0
Fax 040/809087-555
E-Mail sg@arztmail.de


proDente Journalistenpreis
Die Initiative proDente vergibt für 2005 erstmals den proDente Journalistenpreis.

Frequenz:  jährlich
Kontakt:
Initiative proDente e.V.
Aachener St. 1053-1055
50858 Köln
Tel. 0221/17099-740
Fax 0221/17099-742